Hochauflösend im Harz

Shownotes

Dr. Frank Straube aus Goslar arbeitet im Harzer PET-Zentrum und gehört zu den Menschen, die Krankheiten sichtbar machen. Als Nuklearmediziner verabreicht der Strahlenarzt radioaktive Arzneimittel und liefert damit Leuchtspur-Diagnostik. Bei gemütlicher Gammastrahlung gibt es auch schon mal unmoralische Angebote, eine Prügelei mit der Polizei und ein Keller voller kontaminationsverdächtiger Unterhosen. Diese Folge bringt Licht ins Dunkel. Seid ihr bereit für Selfies eurer Organe? …Übrigens: PETs sind kein Animationsfilm über Großstadthaustiere.

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Transkript anzeigen

00:00:01: Notaufnahme, die lustigsten Patientengeschichten.

00:00:16: Moin, ich freue mich, dass ihr bei diesem Podcast dabei seid, wo auch immer ihr gerade zuhört.

00:00:21: Ich bin Ralph Pozzus und in diesem Podcast erzählen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus Krankenhäusern, Arztpraxen oder Kliniken ihre lustigen Geschichten, die sie mit den Leuten erleben, die sie behandeln.

00:00:33: Heute geht es bei Notaufnahme um ein medizinisches Gebiet, über das ich bisher noch nicht gesprochen habe.

00:00:40: Ja, die Nuklearmedizin.

00:00:43: Nukulach.

00:00:44: Das Wort heißt Nukulach.

00:00:47: Fragen wir doch mal den Atomkenner.

00:00:49: Dr.

00:00:49: Frank Strauber aus Goslar am Rand vom Harz.

00:00:52: Moin, grüß dich.

00:00:54: Moin,

00:00:54: Ralf.

00:00:55: Du bist Arzt im Harzer Petzentrum Nuklearmedizin.

00:00:59: Jawoll, das bin ich.

00:01:01: Und da hast du ganz viel mit Strahlung zu tun.

00:01:03: Ja, ich sage auch immer, wir sind eine strahlende Fachrichtung.

00:01:06: Und wünsche auch allen immer ein strahlendes herzliches Willkommen.

00:01:10: So auch zu dir.

00:01:12: Jetzt bin ich ja hypochonder und habe ja permanent Angst, wenn ich schon ein Röntgengerät sehe.

00:01:16: Und das ist ja heutzutage überhaupt gar nicht mehr so schlimm.

00:01:18: Aber bei strahlen Medizin, der denke ich ja komplett, ich bin gerade verseucht.

00:01:23: Ja, das ist so ein bisschen das Problem auch, dass die sozusagen die Fachrichtung immer in den Einheiten Giga oder Megabeckere agiert.

00:01:32: Und das ist so ein bisschen das Problem, währenddessen die Radiologen mit dem Röntgengerät in Millisivat agieren.

00:01:38: Nichtsdestotrotz ist die Strahlendbelastung bei uns oft deutlich geringer und wir können auch die Untersuchungen bei Schwangeren und Kindern machen.

00:01:45: Beim Bundesamt für Strahlenschutz, das steht, in der nuklearmedizinischen Diagnostik, da werden den Patienten und Patientinnen radioaktiver Arzneimittel verabreicht, also Radiopharmaker, die sich je nach ihren pharmacologischen Eigenschaften in unterschiedlicher Konzentration in den Organen oder Geweben des Menschen anreichern.

00:02:06: Das klingt ja schon echt

00:02:08: spannend.

00:02:08: Das ist auch wahnsinnig spannend.

00:02:10: Also ich finde es ein wahnsinnig spannendes Fachgebiet.

00:02:12: Es ist in der Medizinwelt auch ja gut selten, wir sind auch wenig Kollegen und dürfen immer ran, wenn alle anderen nicht mehr Bescheid wissen.

00:02:19: Und der große Vorteil, den wir haben, ist, dass wir, da gibt es so ein Treserprinzip, dass wir Chemie in den Körper einschleusen und aufgrund der geringen Radioaktivität dann nachweisen können, wo das ist und können damit halt wirklich Stoffwechselprozesse sichtbar machen.

00:02:35: Währenddessen die Radiologen oder Ultraschei, die können halt nur darstellen, wie so ein Geweber ist.

00:02:40: Und ich beschreibe das immer so gerne so.

00:02:41: Also, wir können oder die anderen sehen die Ampel und wir können sagen, ob die rot oder grün leuchtet.

00:02:47: Okay, warum macht man das nicht immer so?

00:02:49: Weil man sich sonst einfach doch ein bisschen zu sehr verstrahlt,

00:02:52: oder?

00:02:52: Naja.

00:02:53: Weil das

00:02:54: gerade weh.

00:02:54: Kurz mal die Pille einwerfen mit so, wo leuchte ich raus aus dem Körper?

00:02:57: Genau,

00:02:58: genau.

00:02:58: Es ist halt doch alles ein bisschen aufwendig.

00:03:00: Die Untersuchung dauern doch relativ lange auch.

00:03:02: Und die Apparate-Technik, die dahinter steckt, ist schon noch ein bisschen aufwendiger als ein CT zum Beispiel.

00:03:09: Und das macht das Ganze so ein bisschen selten.

00:03:12: Und also ist es halt wirklich für spezielle Fragestellungen vorgesehen.

00:03:17: Wir Deutschen haben, wie du das schon angedeutet hast, dir so ein bisschen auch eine Strahlenangst, weshalb das Fach in Deutschland immer so ein bisschen schwierig ist.

00:03:24: In anderen Ländern wird es also deutlich mehr auch eingesetzt.

00:03:27: Das muss man auch so sagen.

00:03:28: Du bist der Strahlenarzt, der Experte darin.

00:03:30: Erklär doch bitte mal, wie die Radioktivität jetzt am besten heilen kann, welche Krankheiten werden damit vor allem angegriffen?

00:03:38: Also die Nuklearmedizin behandelt in Deutschland zumindest hauptsächlich auch ganz viele Schilddrüsenerkrankungen.

00:03:46: Das ist, ja ich sage mal, das Aldi-Prinzip, also da kommen ganz viele Patienten und werden klassisch bestens versorgt und das sind preiswerte Untersuchungen, die auch wirklich schon seit fast hundert Jahren, das muss man sich ja mal überlegen, ja gibt es dieses Fachgebiet, also deutlich länger als so manch andere Fachgebiete und... Andererseits behandeln wir oder machen auch ganz viel Krebsdiagnostik und machen auch in den Kliniken dann, Unikliniken.

00:04:12: Kann man zum Beispiel auch die Schödrüse behandeln, Schödrüse und Überfunktion als Therapie.

00:04:17: Und diese Therapie ist wirklich schon fast hundertzwanzig Jahre alt.

00:04:20: Das ist schon, ja, da hat man auch genügend Erfahrung, das muss man so sagen.

00:04:24: Und brauchen wir jetzt wegen der Nuklearmedizin noch mal mehr Atomkraftwerke?

00:04:28: Markus Söder würde sich freuen.

00:04:31: Das stimmt.

00:04:32: Das Hauptmittel, was wir verwenden, ist das N-Teknizium beziehungsweise für das PAD, für das Positronen-Emissionstomographie nutzen wir hauptsächlich Fluorid und Gallium.

00:04:43: Diese Stoffe, also das Technizium wird geliefert an einen Generator, also wird einmal die Woche geliefert und jeden Tag können wir das Mittel dann daraus ziehen.

00:04:52: Da gibt es weltweit vier Generationen, die mehr schlecht und recht ausreichen.

00:04:58: Und die anderen Stoffe werden dann in Zykletronen, nennen sich die Dinger, hergestellt, die sind in Deutschland verteilt und da wird das dann regelmäßig produziert nachts.

00:05:08: Also wegen der Nuklearmedizin muss jetzt kein Kastotransport durch Deutschland wieder breteien?

00:05:12: Nein,

00:05:12: überhaupt nicht.

00:05:13: Jetzt komme ich wieder zum Bundesamt für Strahlenschutz.

00:05:15: Die sagen auch, in den Jahren zwei Tausend, neunzehn bis zwei Tausend, einundzwanzig wurden in Deutschland im Mittel über zwei Millionen Nuklearmedizinische Untersuchungen pro Jahr durchgeführt.

00:05:24: Ist ja auch schon mal eine ganz schöne Menge.

00:05:25: Ja.

00:05:25: Gemittelt über Alle durchgeführten Untersuchungen betrug die mittlere effektive Dosis pro Untersuchung, zwei Komma zwei MSV.

00:05:34: Ja, und diese Maßhand hatte ich noch nie gehört.

00:05:36: Ich kenne nur den MSV Duisburg und das ist schon peinlich genug tatsächlich.

00:05:40: Liebe Grüße in die dritte Liga, aber du hast vorhin irgendwas von Millisiewert gesagt.

00:05:43: Das wird sein, oder?

00:05:44: Genau,

00:05:45: das sind die Millisiewert.

00:05:46: Dafür kenne ich den MSV Duisburg nicht.

00:05:50: Das sind die Millisiewert und das ist ungefähr so, das entspricht einer Dosis, die man quasi im Jahr ganz natürlich abkriegt.

00:05:56: Wenn man in den Anden wäre, würde man im Jahr bis zu sechs Millisiewatt ankriegen.

00:06:00: Und dort leben auch ganz gesunde Leute.

00:06:02: Und da muss man sich verhaftig keine Sorgen machen.

00:06:05: Wir reden heute deswegen über ganz viel Strahlen und über ganz viel Ausziehen.

00:06:09: Über das täglich Brot in Form einer Abnehmpille.

00:06:14: Und dann gibt es noch einen Polizeistrahleneinsatz.

00:06:17: Ja, das ist wunderbar.

00:06:18: Ich finde, das passt ja auch in der Nuklearmedizin.

00:06:21: Immer wieder schöne, lustige Geschichten.

00:06:23: Ja und die möchten wir jetzt von dir hören und es geht auf jeden Fall heiß her.

00:06:28: Es geht in der Nuklearmedizin immer heiß her und man muss sich das so vorstellen, alles da, wo die Radioaktivität ist, das heißt bei uns heiß.

00:06:37: Also wir haben ein Heißlabor, wir haben einen heißen Warteraum, wo Patienten, die quasi die Radioaktivität gespritzt, gekriegt haben.

00:06:44: auch warten müssen, was dann auch vorgeschrieben ist vom Bundesamt für Strahlenschutz, wo das genau ist.

00:06:50: Und genauso gibt es halt Mitarbeiter, Mitarbeiterinnen, die quasi für das Heißlabor zuständig sind.

00:06:57: Und in einer Einrichtung, wo ich war, war es immer ganz lustig, dass dann früh morgens, wenn die Mitarbeiter sich aufgeteilt haben, brüllten die wirklich über den ganzen Flur.

00:07:06: Die Patienten saßen schon da.

00:07:09: Magda, bist du heute schon heiß?

00:07:11: Und dann ... ging besonders sehr bei den Männern und bei allen anderen.

00:07:16: Also die unterschiedliche Reaktionen waren schon immer schön zu beobachten.

00:07:19: Also die älteren Damen, die dann so mit gesenkten Blick nach unten guckten.

00:07:24: Und die jungen Herren, die dann völlig entsetzt guckten ja und suchten und suchten.

00:07:30: Wer ist da heiß?

00:07:32: Wer ist da heiß?

00:07:34: Und natürlich, je nachdem, wer nun da gerade Heißlabordienst hatte, weil da herum ging es, das sind die Menschen, die dort dann unsere Radiopharmaka herstellen.

00:07:46: Die werden jeden früh, früh hergestellt.

00:07:48: Je nachdem, wer dann auch dann noch vorbeischländerte, war die Reaktion der Patienten doch oder Patientinnen sehr, sehr unterschiedlich.

00:07:55: So einmal sehr schön zu beobachten.

00:07:58: Und dann kam man so auch als Reaktion zurück.

00:08:00: Ich bin schon total heiß.

00:08:02: Von den Mitarbeitern, ja.

00:08:04: Also, da kamen dann wirklich auch zurück.

00:08:05: Also, die gingen sie da hin.

00:08:06: Ja, ich bin heiß.

00:08:07: Und dann defilierten sie dann an den Patienten vorbei.

00:08:11: Das fand ich also doch immer wieder sehr schön.

00:08:13: Und war dann wirklich auch so ein Rannengäck geworden in der Klinik, wo ich da war.

00:08:17: Alle, die da sitzen, im Wartezimmer, immer erst mal, hm?

00:08:20: Sich so umgucken ist ja schon auf jeden Fall interessant.

00:08:22: Es geht dann auch wahrscheinlich öfter anzüglich bei euch zur Sache.

00:08:26: Na ja, öfter nicht, aber man erlebt es doch immer wieder.

00:08:29: Und ja, jetzt bin ich aber überlegen, welche Geschichte ich erzähle.

00:08:33: Das ist die eine gewesen, die hat mich so ein bisschen als junger Assistenzarzt geschockt.

00:08:37: Da war also eine Patientin zum Ultraschall.

00:08:39: Und da muss man sicher nicht weiter ausziehen.

00:08:41: Also Heizutraschall haben wir da gemacht für die Schüttehose.

00:08:44: Und dann habe ich das Ultraschallgel so aufgetragen, kennt ja nun fast jeder.

00:08:51: Und dann sagte sie in einem Brustton der Überzeugung, Jünger Doktor, das Gel könnten wir doch aber auch anders verwenden.

00:08:59: Ach, tut mir

00:08:59: leid.

00:09:01: Da war schon wieder jemand heiß.

00:09:03: Da war schon jeder jemand heiß, aber es entsprach in keinster Weise meinem Typ.

00:09:08: Und heute würde ich glaube auch völlig anders darauf reagieren, aber da war ich völlig konsterniert und wusste gar nicht, was so richtig was ich sagen soll und stand da wirklich mit hochrotem Kopf.

00:09:22: Zitter in nem Hand und hab dann irgendwie mein Urteile.

00:09:24: Ja,

00:09:26: mit der Zeit wird er dann abgehärteter als Arzt auf jeden Fall bei der einen oder anderen Anmache und kann das besser parieren.

00:09:33: Das passiert ja sehr oft.

00:09:36: Ja, ich hol mal ein bisschen weiter aus.

00:09:38: Es gibt nukleamenzinische Therapiestationen.

00:09:41: wo also einerseits Schildrussenerkrankungen therapiert werden, sogenannte Radiotherapie, oder aber halt auch Radioligandentherapie nennt sich das, also so eine Krebstherapien auf ganz speziellem Level, wo ganz spezielle Eiweiße verwendet werden, die also wirklich nur ganz spezielle Tumorarten angreifen, wird gerade wieder ganz modern.

00:10:02: Aber damals war es halt wirklich so eine Radiotherapie.

00:10:05: und dann ist die Aufklärung so, dass den Leuten gesagt wird, ja, also sollen also ältere Unterwäsche mitbringen.

00:10:10: weil sie halt von uns dann die Sachen kriegen, die Sachen, in denen sie kommen, die werden abgelagert, also werden eingelagert.

00:10:18: Und das, was sie wirklich mit auf Station nehmen, das muss dann halt hinterher ein halbes Jahr bis dreiviertel Jahr abklingen und dann kriegen sie das wieder.

00:10:26: Du, wenn man nur eine Unterhose hat, aber ich kann mal halt eh... Genau,

00:10:29: genau.

00:10:31: Und die Patienten sind nicht angehalten, irgendwelche alten Sachen mitzunehmen.

00:10:36: Entweder wir können sie wegwerfen, dann ist es sowieso egal oder sie wollen sie wieder haben, aber da müssen wir halt drei Viertel erwarten.

00:10:42: Frank, da in der Nähe bei dir um die Ecke im Harz ist doch das Atomen-Endlager-Gohrleben.

00:10:46: Ich stelle mir gerade vor, wie neben diesen ganzen Fässern auch immer so ein paar Unterhosen aufgehängt werden von deinen ganzen Patientinnen und Patienten.

00:10:53: Das muss erst noch ein bisschen abklingen, bis es wieder zurückgeht.

00:10:57: Das stimmt, das könnte so sein.

00:10:59: Allerdings ist bei den Yotar-Patienten reicht es wirklich, wenn es in den abklingen Lager bei uns dann im Keller der Kliniken passiert ist.

00:11:07: Das ist ja auch irre groß in dieser Raum, weil das macht ihr ja jeden Tag und das nehmen wir ja nicht nach drei Tagen schon wieder nach Hause.

00:11:12: Du hast gesagt, das dauert mehrere Wochen.

00:11:14: Also da habt ihr ja eine riesengardrobe, habt ihr dann auch so Nummern, dass man das wieder zuordnen kann?

00:11:21: Ja,

00:11:22: für jeden Patienten gibt es eine Nummer und wenn der Patient geht, wird es auch gemessen und dann spuckt sozusagen der Computer aus, wann die Sachen, die dann halt dageblieben sind, wieder so sind, dass die unter dem Grenzwert sind, dass man die wieder mit nach Hause nehmen kann.

00:11:37: Und das dauert dann Monate?

00:11:38: Das dauert teilweise Monate, ja.

00:11:40: Muss man dann auch wieder dafür einen Termin machen und nochmal wieder Monate warten, bis man das dann abholen kann?

00:11:44: Nein,

00:11:46: es geht dann fixer an.

00:11:48: Aber du kannst dir vorstellen, wenn da so eine manch eingemüffelte Unterhose drin ist, dann wollen wir die lieber doch gleich wegwerfen.

00:11:53: Oh nein, verdammt.

00:11:55: Und dann muss man immer in diesen Raum.

00:11:56: Deswegen wollen wir noch alle den heißen Raum.

00:11:58: Scheiße, wie heißt das?

00:11:59: Bloß nicht in den Unterbüchsmief.

00:12:02: Oh Mann, oh Mann.

00:12:03: Und das kann ich auf einige Patienten vorstellen, dass sie sich mit Händen und Füßen wehren.

00:12:08: Sie wollen zwar alles abholen, aber dann ist die Schlange auf einmal da bei euch im Anmeldebereich ein bisschen größer.

00:12:15: Komische alte, schrammelige Unterhose hochgeholt.

00:12:17: Nein, nein, das ist nicht meine Unterhose.

00:12:19: Doch, hier steht ihr Name.

00:12:20: Nee, nee, nee, nee, damit habe ich nichts zu tun.

00:12:23: Ja, so ist es denn doch nicht.

00:12:25: Also, das läuft schon so ab, dass dann ihre Termine kriegen und das ist alles in so Plastice-Beutel drin, da sieht man auch nicht durch und dann... Ach

00:12:32: so, das ist ja sehr anonymisierend.

00:12:34: Genau, und dann macht man einen Termin und holt seine Buchse ab.

00:12:39: Mitunter ist es dann aber auch schon zu spät, weil wenn du dann auch mal nach einem Dreivierteljahr deine Unterbürgs wiederkriegst, dann kannst du ja auch schon sechs, sieben Kilo dicker sein, ne?

00:12:46: Das wohl wahr.

00:12:47: Ja.

00:12:48: Ich

00:12:49: weiß auch nicht, ob ich der Sache trauen kann.

00:12:51: Wenn ich schon höre, es muss abklingen.

00:12:52: Es dauert ewig unter Strahlung dran.

00:12:55: Ich glaube, ich würde die nie abholen.

00:12:56: Ich würde das einfach so belassen.

00:12:58: Genau.

00:12:59: Deshalb gibt es die Regel.

00:13:00: In den meisten Kliniken nach einem Jahr wird es weggeworfen.

00:13:02: Sonst wird es nämlich wirklich zu voll.

00:13:04: Du gibst ja auch beim Zoll und so weiter diese nicht abgehoulten Sachen oder bei Lost and Found.

00:13:10: Das wird dann versteigert.

00:13:11: Habt ihr das dann auch immer?

00:13:12: Was macht ihr damit?

00:13:13: Verbrennt ihr das oder wird das einfach versteigert?

00:13:15: Heute wieder sehr viele Unterhosen für die Hälfte des Preises.

00:13:18: Also das will immer keiner haben.

00:13:20: Also das war's.

00:13:21: Habt ihr schon mal versucht.

00:13:22: Das

00:13:24: sind ja keine Fahrräder oder Laptops oder sowas.

00:13:27: Das stöbern die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nochmal durch.

00:13:29: So, vielleicht gibt es ja eine Unterhose in XS, ich schau mal.

00:13:33: Nein, ich glaube nicht, ich glaube nicht.

00:13:37: Da geht man nur rein, wirft das da hin oder legt es ordentlich hin, wirft es nicht hin, aber legt es ordentlich hin, nach Datum sortiert, wann es wieder abgeholt werden kann und dann, ja.

00:13:46: Aber wir sind ein bisschen abgeschweift.

00:13:47: Du wolltest ja eigentlich noch gerade weiter erzählen, was dann vorgefallen ist.

00:13:52: Genau.

00:13:53: Ich war auch junger Assistenzarzt und hatte die nuklearmzinnische Station da unter mir und kam also eine attraktive junge Dame, die kam zur Schildrösentherapie und dann, wie das halt so ist, klassischerweise untersuchen, also auch ausziehen und abhorchen und dann halt die Frage natürlich, die Klamotten etc.

00:14:15: und die Patientin war dann wirklich ganz traurig und hat sich dann so, also ich will nicht sagen beschwert, ich fühlte mich ja geehrt und die sagte dann zu mir, ach Herr Doktor, hätte ich gewusst, dass sie mich untersuchen, dann hätte ich doch einen String angezogen.

00:14:30: Dann hätte sie sich ihre Sexunterhose ausgesucht, extra die besondere Anlässe.

00:14:35: Richtig.

00:14:36: Was natürlich in der Nuklearme ziehen, der dann auch Sinn machen würde, ist ja weniger Stoff, den wir lagern müssen.

00:14:41: Darf man auch nicht vergessen.

00:14:42: Das

00:14:42: hat alles eine Vorteile, auf jeden Fall.

00:14:44: Das heißt, dass die meisten Menschen ja immer im Sack gekleidet zu euch kommen.

00:14:48: Da kommt man natürlich nicht mit seinen besten Klamotten.

00:14:51: Nee.

00:14:51: Und das war, ist danach wirklich lustig gewesen, zur Nachkontrolle kam sie dann auch noch mal und meinte dann, sie hätte sich doch jetzt mal extra richtig hübsch gemacht für mich.

00:14:59: Und

00:15:00: dass man mal einen anderen Blick drauf hat.

00:15:01: Genau.

00:15:02: War aber wirklich in dem Fall wirklich eine sehr angenehme Patientin, wo ich das anmachen jetzt gar nicht so.

00:15:08: Also natürlich steht man ja wirklich daran guckt erst mal wie ein Auto.

00:15:11: Aber ja.

00:15:12: Jetzt interessiert mich natürlich auch der Polizeieinsatz, den du mal hattest.

00:15:17: Ja, das ist auch eine illustre Geschichte, ich sag's mal so.

00:15:20: Es kam ein Patient, er kam aus einem anderen Krankenhaus, wurde mit einem Rettungswagen zu uns gebracht und wir haben so eine Pet-Untersuchung gemacht.

00:15:29: Was ist die Pet-Untersuchung?

00:15:30: Das ist die Positronen-Emissionstomographie.

00:15:33: Klingt fürchterlich.

00:15:35: Aber der Witz dabei ist, wir spritzen also den Patienten Positronen.

00:15:39: Positronen sind positiv geladen Elektronen.

00:15:42: Die gibt's eigentlich nicht, sag ich mal so.

00:15:45: Und die haben die Eigenart, dass die innerhalb von drei Millimetern... ein Elektron aufsaugen und dann ist das wirklich beste Quantenphysik wie Einstein oder wie bei so einer richtigen guten Ehe, die verschmelzen so zusammen, dass sie sich beide auflösen und dann radioaktive Strahlung nur noch sind und diese geht hundert-achtzig Grad auseinander, geht sozusagen, die stoßen sich ab die Strahlung und die Strahlen halt dann immer entgegengesetzt und das kann man dann aufnehmen und kann damit sehr dezidierte gute Untersuchungen machen bis zu ja drei Millimeter runter.

00:16:18: Und das sind halt so eine Spezialuntersuchung.

00:16:20: Und du hast gesagt, wie bei einer guten Ehe, man löst sich auf, man stößt sich ab.

00:16:24: Das verstehst du eben unter einer guten Ehe.

00:16:29: Naja, ich verstehe schon ein bisschen anderes, aber oftmals ist es ja so.

00:16:33: Aber da müssen wir tatsächlich einen kleinen Einschub machen, weil ich weiß, dass du ein ziemlicher Patchburger bist.

00:16:37: Du hast ja auch mehrere Frauen schon geheiratet und hast verschiedene Kinder.

00:16:42: Wiederum deine aktuelle Frau hat auch ganz viel, das musst du mal kurz auflösen, weil ob man da jetzt noch genau mitkommt, zehnmal auf.

00:16:49: Na ja, also verheiratet war ich ja nur einmal.

00:16:53: Und lebe jetzt in einer Patrick-Familie mit fünf Kindern, wovon drei... Meine eigenen sind und zwei gepetcht wirkte Kinder und insgesamt sind es halt fünf.

00:17:06: Zwei Kinder hat meine Frau mitgebracht.

00:17:07: Zwei Kinder habe ich mitgebracht.

00:17:09: Ein gemeinsames Kind haben wir.

00:17:11: Sind dann immer noch fünf.

00:17:13: Und was aber jetzt noch lustigerweise dazu kommt, im August kriegen wir sogar noch eine Austauschschülerin.

00:17:17: Dann sind wir sechs.

00:17:18: Okay.

00:17:19: Und familiär geht das so weiter bei euch, weil da ist wieder jemand mit jemand anderem zusammengekommen und es komplizierter zu machen noch.

00:17:27: Naja, es ist so ein bisschen ja von meiner jetzigen Partnerin, der damalige Jugendfreund, der ist jetzt mit ihrer Schwester zusammen und hat auch mit dieser Schwester wiederum, muss ich überlegen, fünf Kinder.

00:17:41: Ja.

00:17:42: Also das Familientreffen oder Weihnachten, das ist auf jeden Fall sehr unterhaltsam.

00:17:46: Das

00:17:46: ist immer sehr unterhaltsam und ist immer sehr groß.

00:17:49: Also die kleinste Familie, wo wir jetzt zusammen eine Woche Urlaub gemacht haben in Dänemark, waren dann doch vierundzwanzig Leute.

00:17:56: da da mal ein paar Zimmer buchen.

00:17:57: Also es geht ja nur mit einer Ferienhütte.

00:17:59: Richtig, richtig.

00:18:00: Aber gemütlich und schön, dass alle zusammen sind.

00:18:03: So, wir waren aber beim Pet.

00:18:04: Das hat mich auch wieder sehr an den Physik- und Chemieunterricht erinnert.

00:18:07: Immer wenn man mit dir spricht, wird man in dieser alte grausame Zeit zurück erinnert, wo jedes zweite Wort gleich ein komisches Fremdwort ist.

00:18:16: Als Nuklearmediziner sollte man schon ein bisschen Interesse an Physik haben.

00:18:19: Das muss ich ganz ehrlich sagen.

00:18:20: Ich glaube, das erleichtert das Leben dann doch sehr.

00:18:23: Also jedenfalls dieser Patienten, Die Untersuchung läuft so ab, dass die Patienten das Mittel gespritzt kriegen, dann haben sie noch eineinhalb Stunden Pause.

00:18:32: Und dann liegen sie bei uns auf der Liege.

00:18:34: Und die Untersuchung dauert ungefähr, ja, thirty-fünf Minuten.

00:18:37: Und dann war die Untersuchung zu Ende.

00:18:39: und dann sagte der Patient, wurde er halt zu gebeten.

00:18:42: So nach dem Motto, ja, wir sind jetzt fertig.

00:18:45: Die meisten freuen sich ja auch, dass die Untersuchung fertig ist und sie aus dem Gerät raus sind.

00:18:49: Und jetzt könne er doch aufstehen.

00:18:52: und dann sagt er, ne, er steht nicht auf.

00:18:55: In dem Moment des Guckens erst mal so, hä, genau.

00:18:59: Also das hat ja eine Mitarbeiterin von mir gemacht, den habe ich ja gar nicht so mitgekriegt.

00:19:03: Aber den kann ich mir auch gut vorstellen.

00:19:05: Na ja, und dann noch mehrmals gebeten, er müsste doch jetzt mal aufstehen, Plar und was man so Überzeugungstechniken dann hat oder versucht und ihn auch ein bisschen kitzeln.

00:19:15: Na treten nicht, aber so ein bisschen nah am Arm, so ein bisschen Kompense, bisschen gut zureden.

00:19:21: Weil er dann so ein bisschen weggeschlafen, eingedöst oder so.

00:19:23: Nein, nein, er war voll

00:19:24: bei.

00:19:24: Bewusstsein.

00:19:25: Also das passiert auch, dass die mal einschlafen oder manche brauchen ja ein bisschen was zur Beruhigung, dann sind die auch so ein bisschen in so... Ja, so ein Dämmerzustand oder wie wenn man so ein bisschen aufwacht nach der Narkose, das ist ja auch immer so ein bisschen komisch und erzählt man auch mal komisches Zeug, aber der war überhaupt nicht.

00:19:40: Einfach nur, dass die Arme verschränken.

00:19:41: Nein, er steht nicht auf.

00:19:43: Naja, und dann wurde ich dann dazu geholt und dann haben wir versucht ihn dann wirklich mit Engels Geduld und zu reden, dass wir ihn doch da hochkriegen und er hat sich auch immer so richtig schwer gemacht, wie wenn man so nasser Sack spielt.

00:19:56: Stand mir da zuviert rum, um versucht, dieses Patienten, der jetzt auch ja nicht verwirrt war, also nicht verwirrt erschien, darunter zu kriegen.

00:20:06: Und dann habe ich gesagt, na ja, was machen wir denn jetzt?

00:20:09: Und irgendwie mussten wir ja auch weiterkommen.

00:20:11: Man muss sich ja vorstellen, in der Nuklearmedizin ist Zeit zum riesen Thema, weil die Radioaktivität, die hat in dem Fall eine Halbzeit von knapp zwei Stunden.

00:20:21: Und dann ist da ... geht das ja immer weiter raus.

00:20:23: Und die anderen Patienten waren ja auch schon gespritzt.

00:20:26: Dann haben die Radioaktivität abgekriegt und wir wollten ja auch noch was sehen.

00:20:29: Schöne Egonummer von dem also wieder.

00:20:31: Ja.

00:20:32: Und dann habe ich gesagt, so, jetzt hol ich die Polizei.

00:20:34: Die natürlich auch an der Leitstille.

00:20:37: Was wollen sie?

00:20:39: Ich sage, na ja, ich bräuchte immer unter Stützeln.

00:20:41: Personalmangel, holen wir bitte jemanden von der Liege darunter.

00:20:44: Genau.

00:20:44: Ich sage, ich bräuchte immer Unterstützung.

00:20:47: Ich habe hier... Ich habe ja nur Mitarbeiterinnen und ich bin selber nur der einzige Kerl hier und, naja gut, fünf mal nachgefragt und die dann auch, nee, aber strahlen, da wollen wir doch gar nicht hin, das ist ja jetzt nicht runter.

00:21:00: Und dann habe ich sie schon, parken sie auch ja Auto extra weit von der Praxis weg.

00:21:09: Also man könnte direkt bei uns vor der Tür parken.

00:21:12: Das war ja nix.

00:21:14: Was wirklich, habe ich die da begrüßt und habe den erst gesagt und dann sagten ja, nee, und was soll man dann jetzt hier?

00:21:20: Ich sage, na ja, der muss doch da mal weg.

00:21:23: Ja, aber wenn der nicht will, dann kann der ja nicht, also ist ja sein freier Wille.

00:21:28: Ich sage, na ja, aber ist ja meine Praxis, ich bin noch jetzt Hausherr, ich muss doch mein Hausrecht verteidigen können mit ihrer Hilfe.

00:21:36: Naja, entspannen sich so ein bisschen eine Diskussion und jedenfalls hatte ich sie da doch überzeugt, dass sie mitkommen.

00:21:41: Kannst du ja mal sagen, da haben schon alle anderen so eine radioaktive Pille geschluckt, die schick ich sonst zu euch in die Wache.

00:21:45: Genau,

00:21:46: so ungefähr.

00:21:47: Naja, und dann Ende vom Lied, standen sie dann auch erst rum herum und meinten, nee, können sie nichts machen.

00:21:53: Und dann hab ich gesagt, nee, also ich muss ja weiter meinen Haus recht und überhaupt und hab ihnen das nochmal mit den anderen Patienten erklärt.

00:22:00: Und in dem Moment hat der Patient das einzig richtige getan und hat völlig unvermittelt den Polizisten ins Gesicht gebroxt.

00:22:10: Richtig für dich getan.

00:22:11: Völlig.

00:22:12: Völlig.

00:22:13: Völlig aus dem Kalk völlig unklar.

00:22:15: Und danach hatten natürlich die Polizisten ihren Einsatzbefehl und dann ging es zack, zack.

00:22:20: Weil es gibt ja so Polizeigriffe, die sind nicht ohne.

00:22:23: Da macht man nicht viel.

00:22:24: Da gehorcht man sehr schnell.

00:22:26: Genau.

00:22:26: Genau.

00:22:26: Und dann lag er auf der Trage vom Krankenwagen und dann sind

00:22:29: die... Ja, er konnte wieder liegen.

00:22:30: Genau.

00:22:31: Und dann sind die auch mitgefahren und...

00:22:33: Ja.

00:22:33: Und dann war er weg.

00:22:34: Und er hat nie erklärt, warum er da liegen bleiben wollte?

00:22:37: Nee.

00:22:38: Völlig unklar.

00:22:39: Und dann musste er ja auch irgendwann wieder sein Unterhose abholen.

00:22:43: Nein, das war ja bei der Therapie, bei der Diagnostik.

00:22:46: Da darf er die Unterhose anlassen.

00:22:48: Die hätte ich auch nicht haben wollen.

00:22:49: Ja,

00:22:49: ich dachte, dass der die einfach so draußen an die Tür so hängt.

00:22:53: Nein, haben wir nicht gemacht.

00:22:54: Nein, hat alles mitgekriegt, alles da drauf gepackt und dann war er weg.

00:22:57: Das sind doch die Dinge, die kapiert man immer nicht.

00:22:59: Warum ist das jetzt passiert?

00:23:00: Und dann sagt er auch nicht, warum er liegen bleiben will.

00:23:02: Das macht ja doch irgendwie selbst auch ein bisschen verrückt, oder?

00:23:05: Diana, wenn man jetzt wüsste, der hat eine psychiatrische Erkrankung oder wie gesagt irgendeinen Mittelgespritz gekriegt, was auch immer wie.

00:23:10: Es blieb völlig unklar.

00:23:12: Da bleibt nur eine Erklärung, Frank.

00:23:14: Er hat so viel Strahlung abbekommen.

00:23:17: Das weiß ich jetzt nicht, glaube ich nicht.

00:23:22: Als so viel Strahlung wie alle anderen abgekriegt, aber vielleicht hat er besonders darauf reagiert.

00:23:25: Das kann natürlich sein.

00:23:27: Aber wir haben auch in seinem Kopf bei der Auswertung nichts Auffälliges gefunden.

00:23:32: Das habe ich natürlich noch gemacht.

00:23:34: Ach klar, das könnt ihr dann machen.

00:23:36: Da könnt ihr alles genau durchchecken und gucken, wie so die Herneaktivität und so weiter.

00:23:39: Genau, es sind ja Ganzkörperaufnahmen, das ist alles drauf.

00:23:42: Und dann kommen wir jetzt zu deinem täglichen Brot, wie es immer so schön heißt, womit du permanent und jeden Tag zu tun hast, mit der Abnehmpille.

00:23:51: Ein totaler Trend.

00:23:52: Alle wollen nicht mehr Sport machen, sondern nur noch kurz so eine Pille schlucken und dein Gärten schlank sein.

00:23:58: Genau.

00:23:58: Es geht dabei nicht um die Abnehmenspritzen, sondern es geht um die schildrusen Untersuchungen.

00:24:03: Und dank des Internetes und dem weit verbreiteten Halbwissen teilweise ist es halt leider so, dass also viele Patienten kommen und meinen, sie wären also den schönsten Satz.

00:24:16: Herr Doktor, ich bin nicht zu dick, ich bin nur untergroß.

00:24:21: Und...

00:24:23: Das habe ich auch noch nicht gehört, unter groß.

00:24:26: Fand ich dann sehr schön.

00:24:28: und viele Patienten kommen dann wirklich und meinen dann, oder sind ja überzeugend, dass ihre Schilddrüse irgendeine Fehlfunktion hat und möchten dann gerne eine Schilddrüsenpille, weil sie doch dann mit dieser Schilddrüsenpille abnehmen würden, beziehungsweise halt wieder vernünftig aussehen würden oder halt das richtige Gewicht zur richtigen Größe haben.

00:24:49: Und oft ist es dann so, dass wir dann wirklich diskutieren müssen, dass die Schilddrüse oft völlig in Ordnung ist und sie dann ganz enttäuscht sind, dass sie von mir dann also keine Schüttersentablette kriegen und keine Abnehmpille kriegen.

00:25:02: Und interessanterweise habe ich dann auch schon mal gesagt gekriegt, na ja aber Herr Doktor, wenn ich doch ins Fitnessstudio gehe, dann kann ich mir die ja kaufen.

00:25:14: Und das fand ich dann auch sehr spannend, weil also es scheint doch einen entsprechenden Schwarzmarkt für diese Schüttersentabletten zu geben.

00:25:21: Woher auch immer und sich dort die Patienten dann wahrhaftig um zum abzunehmen.

00:25:25: Schildthusentabletten, besorgen, die da nehmen.

00:25:29: Davon muss ich jetzt aber wirklich warnen, das kann doch auch schwere Nebenwirkungen machen.

00:25:33: Das sollte man also nur in Begleitung des Arztes machen.

00:25:36: Du bist der Experte, also wenn alles in Ordnung ist, darf man das auf gar keinen Fall nehmen.

00:25:39: Ja.

00:25:40: Also man kann ja in bestimmten Laborbereichen, kann man ja rumspielen und kann also wirklich auch bei vielen Schildthusender Erkrankungen sagen, wir machen das so, dass es ihnen besser geht.

00:25:50: Wir aber trotzdem im Labor so sind, dass wir sagen, wir haben kein erhöhtes Schlaganfallrisiko, wir haben kein erhöhtes Herzinfarktrisiko.

00:25:57: Und das ist halt mein tägliches Brot, die täglichen Diskussionen, die dann so kommen und ja.

00:26:03: Aber du hast dann kurz den Schilddrüsencheck gemacht und dann ist alles okay.

00:26:06: Und dann schreibst du auf, nee, hier braucht man nicht die Schilddrüsenpille.

00:26:10: Es wurde einfach doch nur zu viele Sahnetorte gegessen.

00:26:13: Genau.

00:26:14: Also letztens fragte dann auch eine Patientin, sie meinen also wirklich?

00:26:19: Ich esse zu viel?

00:26:22: Ich sag, na ja, gegen die Chemie und gegen die Physik, es kann nur so viel Energie in Fett umgewandelt werden, wie sie auch aufnehmen.

00:26:32: Da meinte sie, so ehrlich hätte ihr das noch keiner gesagt, sie würde doch jetzt mal abnehmen wollen.

00:26:37: Das fand ich dann auch sehr lustig.

00:26:38: Und die kam dann auch wieder und hat sich da bemüht und sah anders aus.

00:26:42: Manchmal braucht es klare Worte.

00:26:44: Vielen Dank, Dr.

00:26:45: Frank Straube.

00:26:46: Das war sehr interessant zur Nuklearmedizin.

00:26:49: Du hast uns zum Strahlen gebracht, Frank.

00:26:51: Das freut mich.

00:26:53: Eine strahlende Fachrichtung für strahlende Menschen.

00:26:55: Notaufnahme könnt ihr auf allen Podcast-Plattformen hören, natürlich auch bei Amazon Music, Podbean und YouTube.

00:27:02: Ich bin Ralf Potsus und ich freue mich, wenn ihr diesen Podcast abonniert und weiterempfehlt, liked und natürlich wieder hört.

00:27:08: Mehr Notaufnahme gibt es dann auch zum Lesen.

00:27:10: Das Buch zum Podcast gibt es überall, wo es Bücher gibt, auch direkt mit dem Link in den Shownotz dieser Podcastfolge.

00:27:17: Bis zum nächsten Mal.

00:27:26: Ihr seid

00:27:26: Ärztin,

00:27:27: Arzt oder Arzthelfer?

00:27:28: Ihr arbeitet im Gesundheitswesen?

00:27:30: Ihr habt auch unterhaltsame Geschichten mit Patienten erlebt?

00:27:33: Dann schreibt uns gerne an notaufnahmeetpodever.de.

00:27:38: Und nächstes Mal hört ihr ... Also, die Klingeln lagen, haben manchmal eine Störung.

00:27:43: Und dann klingelt halt, obwohl keiner geklingelt hat.

00:27:46: Und dann hat es tatsächlich in einem Zimmer, wo eine Tote drin lag, geklingelt.

00:27:50: Und du hast gesehen, oh, das ist Zimmer drei.

00:27:53: Oh nein, die ist doch verstorben.

00:27:54: Ja, genau.

00:27:55: In derselben Nacht.

00:27:56: Ich fahre sie eine Stunde vorher oder so.

00:27:58: Also wirklich ziemlich frisch, ja.

00:28:01: Und dann dachte ich, meine Kollegin spielt mir ein Streich oder

00:28:03: so.

00:28:06: Nee, hat sie

00:28:15: nicht.